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Angel – das Blumenmädchen (Hana no Ko Lunlun): Serienporträt und Folgenübersicht

Angel – das Blumenmädchen gehört zu jenen Anime-Erinnerungen, die im deutschsprachigen Raum lange größer wirkten als ihre tatsächliche Verfügbarkeit. Die japanische Serie Hana no Ko Lunlun, die 1979 startete und insgesamt 50 Folgen umfasst, verbindet ein märchenhaftes Suchmotiv mit einer überraschend konkreten Europareise. Im Mittelpunkt steht Angel, die in Frankreich in einem Blumenladen arbeitet. Ihr Alltag kippt jedoch, als die sprechende Katze Kathy und der sprechende Hund Bernie auftauchen. Beide kommen vom Blumenstern und eröffnen ihr eine Herkunft, die ihr bisher verborgen blieb.

Der Auftrag ist klar, aber keineswegs klein: Angel soll die siebenfarbige Blume finden. Von ihr hängt die Zukunft des Blumensterns ab, denn erst mit dieser Blume kann dessen Prinz den Thron besteigen. So wird aus dem ruhigen Leben zwischen Rosen, Nelken und Kundschaft eine Reise durch Städte, Dörfer und Landschaften Europas. Gerade dieser Wechsel aus sanfter Alltagsbeobachtung, fantastischer Verwandlung und episodischem Abenteuer macht die Japanische Serie unverwechselbar.

Auf einen Blick

  • Originaltitel: Hana no Ko Lunlun, produziert von Toei Animation.
  • Erstausstrahlung in Japan: 9. Februar 1979 bis 8. Februar 1980.
  • Umfang: 50 Folgen mit jeweils eigenständigen Reisegeschichten.
  • Deutsche Besonderheit: Nur Teile der Serie kamen in den frühen 1980er-Jahren auf Video heraus.
  • Prägendes Motiv: Blumen stehen für Hoffnung, Erinnerung, Mitgefühl und Freundschaft.
  • Serienwelt: Frankreich, Spanien, die Niederlande, Deutschland, Skandinavien, Italien und weitere europäische Schauplätze.

Angel, das Blumenmädchen: Serienporträt eines europäischen Magical-Girl-Abenteuers

Als Hana no Ko Lunlun im Februar 1979 auf TV Asahi begann, war das Magical-Girl-Genre längst in Bewegung. Verwandlungen, magische Gegenstände und junge Heldinnen gehörten bereits zur Anime-Landschaft. Dennoch setzt diese Serie einen eigenen Akzent. Angel kämpft nicht mit spektakulären Angriffen gegen Monster der Woche. Stattdessen reist sie, hört zu, hilft Menschen in Krisen und sucht in Blumen nach Hinweisen auf ein größeres Rätsel.

Die deutsche Fassung nennt die Heldin Angel und beschreibt sie als fünfzehnjähriges Mädchen. Andere internationale Texte führen teils abweichende Altersangaben. Für das Verständnis der Serie ist wichtiger, wie sie inszeniert wird: Angel steht zwischen Kindheit und Selbstständigkeit. Sie ist offen, hilfsbereit und manchmal vorschnell. Gerade deshalb kann sie Menschen erreichen, die Erwachsenen kaum noch vertrauen.

Ein Auftrag zwischen Sternenwelt und Alltag

Kathy und Bernie lösen die Handlung aus, aber sie verdrängen die Hauptfigur nicht. Die Katze und der Hund sind Gesandte der Blumenkönigin. Sie erklären Angel, dass ihre Familie von Blumenfeen abstammt. Diese Wesen lebten einst auf der Erde gemeinsam mit Menschen. Später verließen sie den Planeten und zogen auf einen fernen Stern. Damit erhält die Geschichte eine märchenhafte Vorgeschichte, ohne sich in komplizierter Kosmologie zu verlieren.

Der siebenfarbigen Blume kommt dabei eine doppelte Rolle zu. Einerseits ist sie ein konkretes Ziel, das die Reise antreibt. Andererseits spiegelt sie Angels Haltung. Die gesuchte Pflanze erscheint nicht einfach als Belohnung am Wegesrand. Sie wird dort denkbar, wo Menschen wieder Mut fassen, ehrlich handeln oder alte Verletzungen überwinden. Die Blumenwelt fordert also keine bloße Schatzsuche, sondern Aufmerksamkeit für andere.

Besonders dynamisch wirkt das Konzept des Blumenschlüssels. Mit ihm kann Angel ihre Kleidung an die jeweilige Situation anpassen. Ein feuerfester Schutzanzug hilft in Gefahr, Bergsteigerkleidung bei schwierigen Wegen. Diese Magie ist praktisch statt prunkvoll. Sie verstärkt die Handlung, doch sie nimmt Angel nicht die Verantwortung ab. Sie muss weiterhin entscheiden, wem sie glaubt und wann Hilfe wirklich nötig ist.

Europa als Bühne, nicht als bloße Kulisse

Die Reise führt von Südfrankreich über Spanien und die Niederlande bis an den Rhein. Später öffnet sich die Route nach Lappland, Marokko, Ägypten und Italien. Solche Ortswechsel waren für viele Kinder im deutschsprachigen Fernsehen und Videomarkt ein seltener Reiz. Die Serie zeigte Europa aus japanischer Perspektive: oft romantisiert, gelegentlich stereotyp, aber fast immer mit sichtbarer Freude an Architektur, Landschaften und regionalen Bräuchen.

Das Beispiel Köln macht diese Erzählweise deutlich. In der Folge „Ein Treffen auf dem Rhein“ begegnet Angel einem Kapitän, der ihrem Vater ähnelt. Die Rheinreise liefert nicht nur Postkartenmotive. Sie gibt der Heldin Raum, einen unerfüllten Wunsch auszudrücken: für einen Tag Nähe zu einem Vater zu erleben. Das emotionale Zentrum liegt folglich nicht im Schauplatz, sondern in Angels Sehnsucht.

Diese Verbindung aus Reisebild und persönlichem Konflikt prägt das Serienporträt. Jede Station präsentiert eine neue soziale Lage: Einsamkeit, Konkurrenz, Heimweh, familiäre Spannungen oder materielle Not. Angel greift nicht als allwissende Retterin ein. Vielmehr schafft sie Begegnungen, in denen Menschen selbst einen Schritt machen können. Das macht die Serie bis heute zugänglicher als viele formelhaftere Genreproduktionen.

Im Kern erzählt Angel das Blumenmädchen daher von Bewegung: durch Länder, durch Familiengeschichten und durch Gefühle. Die siebenfarbige Blume bleibt das Ziel, doch jede Begegnung verleiht der Suche erst ihren Sinn.

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Hana no Ko Lunlun und die Kraft der Blumen: Figuren, Magie und Freundschaft

Blumen sind in dieser Anime-Serie kein Dekor, das nur zwischen zwei Szenen steht. Sie bilden die Bildsprache der gesamten Erzählung. Eine Rose kann Stolz verkörpern, eine seltene Züchtung weckt Hoffnung, und ein verwahrloster Garten verweist auf eine verletzte Beziehung. Deshalb wirkt der Titel Blumenmädchen nicht wie ein harmloser Spitzname. Er beschreibt Angels besondere Fähigkeit, in der Pflanzenwelt und in Menschen gleichermaßen Zeichen zu lesen.

Die Serie lässt ihre Heldin dabei nicht isoliert reisen. Kathy und Bernie bringen Humor, Tempo und gelegentlich Chaos in die Handlung. Ihre sprechende Präsenz sorgt in der ersten Episode für Aufregung in Angels Heimatstadt. Zugleich übernehmen sie eine wichtige dramaturgische Aufgabe: Sie erinnern Angel an ihre Mission, wenn sie sich zu sehr in die Probleme anderer verstrickt. Dennoch lernen auch die beiden Gesandten, dass ein Auftrag nicht nur nach Regeln erfüllt werden kann.

Angel als Heldin ohne Distanz

Angel besitzt keine überlegene Autorität. Sie stellt Fragen, irrt sich und reagiert emotional. Das ist entscheidend, weil die Serie ihre moralische Haltung nicht als Vortrag gestaltet. Wenn sie einer schüchternen jungen Frau in einem Schönheitswettbewerb beisteht, geht es nicht um den Satz, dass Schönheit im Inneren liege. Es geht darum, dass Angel erkennt, wie unfair eine festgelegte Gewinnerin die anderen Teilnehmerinnen entmutigt.

In „Die Rosen-Königin“ steht Rosette im Mittelpunkt. Die schüchterne Dorfbewohnerin will nicht antreten, weil das Ergebnis offenbar schon vor dem Wettbewerb feststeht. Angel widerspricht dieser Resignation. Sie kämpft nicht mit Zauberkraft gegen eine abstrakte Bosheit. Stattdessen verteidigt sie die Idee, dass Rosette gesehen werden soll. Solche Konflikte bleiben klein genug für eine Einzelfolge, entfalten aber eine klare soziale Wirkung.

Auch das Alter der Zielgruppe erklärt diese Anlage. Die Serie setzt auf verständliche Situationen, aber sie nimmt Gefühle ernst. Eifersucht, Verlust und Heimweh werden nicht sofort durch Magie aufgelöst. Der Blumenschlüssel hilft bei Hindernissen, jedoch nie bei ehrlicher Aussprache. Dadurch bewahrt die Fantasiehandlung einen menschlichen Maßstab.

Kathy und Bernie als reisendes Gegengewicht

Kathy und Bernie sind weit mehr als niedliche Begleiter. Ihre gegensätzlichen Temperamente strukturieren viele Folgen. Einer drängt eher zum Ziel, der andere reagiert emotionaler oder skeptischer. So erhält Angel Gelegenheit, ihren eigenen Standpunkt zu entwickeln. Die Tiere kommentieren das Geschehen, ohne es vollständig zu erklären. Gerade in einer Serie mit vielen Ortswechseln schafft dieses Trio Wiedererkennung.

Die Freundschaft zwischen Angel, Kathy und Bernie funktioniert auch als Modell für die episodische Form. In jeder neuen Umgebung müssen die drei schnell Vertrauen aufbauen. Manche Menschen begegnen ihnen offen. Andere verbergen ein Geheimnis oder reagieren abweisend. Das Trio bleibt jedoch in Bewegung und verhandelt Unterschiede, statt sie zu glätten. Für eine Familienserie von 1979 ist diese Bereitschaft zum Zuhören ein erstaunlich stabiles Leitmotiv.

Gegenspieler bringen zusätzlichen Druck. Togenishia und ihr Diener Yabouki verfolgen ebenfalls die siebenfarbige Blume, weil sie den Blumenstern beherrschen wollen. Ihre Pläne scheitern oft komisch. Trotzdem erfüllen sie eine klare Funktion: Sie verkörpern die Versuchung, die Blume als Machtinstrument zu betrachten. Angel betrachtet sie dagegen als Verantwortung. Dieser Gegensatz hält die Suche zusammen, auch wenn einzelne Folgen vor allem menschliche Alltagsprobleme behandeln.

So entsteht ein Anime, dessen Magie nicht nur in Kostümwechseln liegt. Sie zeigt sich vor allem dort, wo Angel aus einer flüchtigen Begegnung eine echte Verbindung macht. Das nächste Abenteuer kann deshalb stets neu beginnen, ohne den emotionalen Faden zu verlieren.

Angel das Blumenmädchen auf Video: Die deutsche Synchronfassung und ihre Lücken

Die deutsche Geschichte von Angel ist zugleich eine Geschichte fehlender Folgen. Während die japanische Originalserie 50 Episoden umfasst, erreichte der deutschsprachige Markt nur einen kleinen Ausschnitt. Ihre besondere Stellung als frühe Magical-Girl-Veröffentlichung liegt deshalb nicht in einer breiten Fernsehausstrahlung. Sie liegt im Videoregal, in nummerierten Kassetten und in einer Verwertung, die bis heute Rätsel aufgibt.

Das Label Toppic veröffentlichte die deutsche Synchronfassung bis 1984 auf Video. Bekannt sind Einzelkassetten mit den Folgen 1 bis 4 sowie 14 bis 19. Zusätzlich erschien ein Sammelband mit den ersten vier Geschichten. Die Kassettennummerierung reichte zwar bis 19. Doch von Episoden 5 bis 13 sind keine deutschen Toppic-Kassetten bekannt. Die Lücke fällt besonders auf, weil die Veröffentlichung nach Folge 4 direkt mit Folge 14 weiterläuft.

Warum die Sprünge im Episodenguide wichtig sind

Eine lückenhafte Edition verändert den Blick auf eine Serie. Wer nur die deutschen Videos kannte, erlebte Angels Reise nicht als durchgängige Route. Nach dem südfranzösischen Auftakt folgen zunächst Schloss, Dorf und Schönheitswettbewerb. Dann springt die Handlung über mehrere Länder und Konflikte hinweg zu „Heimweh“ und den niederländischen Episoden. Der Eindruck einer fragmentierten Reise war somit Teil der deutschen Rezeption.

Die spätere Corona-Neuauflage bestätigte diese Struktur indirekt. Auch sie setzte nach der vierten Folge bei Folge 14 an. Daraus lässt sich schließen, dass die fehlenden Episoden wahrscheinlich nicht deutsch veröffentlicht wurden. Der genaue wirtschaftliche oder lizenzrechtliche Grund ist nicht dokumentiert. Entscheidend bleibt: Eine fortlaufende deutsche Fassung der Folgen 5 bis 13 ist nicht nachweisbar.

1999 kam eine Neusynchronisation der ersten zwei Episoden unter dem Titel „Der kleine Engel“ auf Video heraus. 2004 folgte diese Neubearbeitung auf DVD. Das ist keine vollständige Nachholung der Serie, sondern eine erneute Bearbeitung eines sehr kleinen Ausschnitts. Für Sammlerinnen und Sammler ist daher wichtig, zwischen der historischen Toppic-Synchro und der späteren Neufassung zu unterscheiden.

Der Videomarkt als Anime-Gedächtnis

In den frühen 1980er-Jahren war Anime im deutschen Sprachraum noch nicht als klar vermarktete Kategorie etabliert. Serien kamen unter wechselnden Titeln, häufig gekürzt oder in kleiner Stückzahl auf den Markt. Angel das Blumenmädchen zeigt diese Phase besonders deutlich. Die Reihe war kein breit beworbenes Fernsehphänomen, aber sie konnte über Videokassetten ein eigenes Publikum erreichen.

Das erklärt auch die bis heute starke Erinnerung an einzelne Episoden. „Die Gesandten der Blumen-Königin“ blieb als Auftakt präsent, weil sie Angels Herkunft und die beiden sprechenden Begleiter einführt. „Die Blumen mit den Regenbogenfarben“ machte die Suche nach der zentralen Pflanze konkret. „Ein Treffen auf dem Rhein“ prägte sich durch seinen deutschen Schauplatz und seine emotionale Vatergeschichte ein. Verfügbarkeit formte also den Kanon.

Für eine zeitgemäße Folgenübersicht genügt es deshalb nicht, nur Episodennummern aufzuzählen. Sie muss sichtbar machen, welche Geschichten im Deutschen existieren, welche nur im Original belegt sind und welche Fassung gemeint ist. Erst dann wird verständlich, warum viele Erinnerungen an diese Japanische Serie gleichzeitig lebhaft und unvollständig sind.

Die deutsche Videofassung bewahrt damit nicht bloß alte Synchronstimmen. Sie dokumentiert auch, wie selektiv internationale Anime-Kultur damals in Kinderzimmer und Sammlungen gelangte.

Folgenübersicht von Hana no Ko Lunlun: Deutsche Titel, Originalepisoden und Reiseetappen

Die vollständige Serie lief in Japan vom 9. Februar 1979 bis zum 8. Februar 1980. Die Ausstrahlung umfasste 50 Folgen. Ihr wöchentlicher Rhythmus erklärt die Vielfalt der Schauplätze: Fast jede Episode setzt einen neuen Konflikt, ein neues Umfeld und oft eine neue Blumenmetapher. Gleichwohl führt die Suche nach der siebenfarbigen Blume kontinuierlich durch die Handlung.

Für deutschsprachige Zuschauerinnen und Zuschauer ist die Übersicht zweigeteilt. Die Folgen 1 bis 4 sowie 14 bis 19 tragen bekannte deutsche Titel aus den Toppic-Veröffentlichungen. Bei den übrigen Episoden ist keine historische deutsche Fassung bekannt. Die folgenden Angaben trennen daher sauber zwischen deutscher Videoüberlieferung und japanischem Originaltitel.

Folge Deutscher Titel / Status Japanischer Originaltitel Japanische Erstausstrahlung
1 Die Gesandten der Blumen-Königin ふしぎな訪問者 09.02.1979
2 Jeder Sturm hat ein Ende 春の嵐が呼んだ夢 16.02.1979
3 Die Blumen mit den Regenbogenfarben 古城に咲く七色の花 23.02.1979
4 Die Rosen-Königin お姉ちゃんはバラの女王 02.03.1979
5–13 Keine deutsche Fassung bekannt 花のない町 bis 憎しみを乗せた貨物船 09.03.–18.05.1979
14 Heimweh ホームシック特急 25.05.1979
15 Die Heldin der Blumenstadt 花の街のヒロイン 01.06.1979
16 Aschenbrödel vom hölzernen Schuh 木靴のシンデレラ 08.06.1979
17 Der geheimnisvolle Blumendieb 風車小屋の花どろぼう 15.06.1979
18 Wankelmütige Liebe 移り気な恋心 22.06.1979
19 Ein Treffen auf dem Rhein ライン河のめぐり逢い 29.06.1979
20–50 Keine deutsche Fassung bekannt 古城の見える丘 bis 花いっぱいの幸せを 06.07.1979–08.02.1980

Die frühen Folgen: Auftrag, Schloss und Rosenfest

Folge 1, „Die Gesandten der Blumen-Königin“, stellt das ungewöhnliche Trio vor. Ein sprechender Hund und eine sprechende Katze versetzen Angels Umgebung in Aufruhr. Danach folgt die Enthüllung des eigentlichen Auftrags. Der Einstieg funktioniert, weil er den Kontrast zwischen dörflichem Alltag und kosmischer Herkunft bewusst ausspielt. Für die deutsche Videoedition war diese Folge unverzichtbar.

Folge 3, „Die Blumen mit den Regenbogenfarben“, bringt die Suche erstmals in greifbare Nähe. Der junge Inlien berichtet Angel vom alten Schlossherrn Raymond, der regenbogenfarbene Blumen züchtet. Das Schlossmotiv schafft Spannung, doch die Episode bleibt dem Grundprinzip treu: Hoffnung entsteht aus Begegnung und Recherche, nicht aus bloßem Zufall.

Mit „Die Rosen-Königin“ verschiebt sich der Blick auf soziale Ungerechtigkeit. Der Schönheitswettbewerb im südfranzösischen Dorf wirkt zunächst leicht, offenbart aber eine festgefahrene Hierarchie. Angel stellt sich gegen die Vorstellung, dass die Siegerin schon feststeht. Damit zeigt die Serie früh, wie sie kleine Konflikte ernst nimmt.

Die deutsche Reiseetappe ab Folge 14

Nach der großen Lücke setzt die deutsche Überlieferung mit „Heimweh“ wieder ein. Anschließend führt „Die Heldin der Blumenstadt“ nach Amsterdam. Dort wird Angel plötzlich von Menschen um Autogramme gebeten. Der Irrtum ist zunächst komisch. Allerdings eröffnet er eine neue Spur zur siebenfarbigen Blume. Die Episode verbindet Verwechslung, Stadtkulisse und das zentrale Suchmotiv besonders geschickt.

„Der geheimnisvolle Blumendieb“ nutzt die Welt der Gewächshäuser für ein klassisches Rätsel. Der reiche Züchter Daniel beklagt den Verlust wertvoller Pflanzen. Angel beschließt, den Dieb zu finden. Damit wird sichtbar, dass Blumen in der Serie auch wirtschaftlichen Wert besitzen. Nicht jede seltene Pflanze ist automatisch ein Zeichen der Feenwelt; manchmal geht es um Besitz, Misstrauen und die Frage, wer warum etwas nimmt.

Die 19. Folge führt schließlich an den Rhein. Angel bittet Kapitän Müller, für einen Tag die Rolle ihres Vaters zu übernehmen, weil er diesem ähnlich sieht. Die Reise wird zur emotionalen Wunschszene. Gerade solche Episoden erklären, warum die Serie trotz ihrer fantastischen Grundlage im Gedächtnis bleibt: Sie findet hinter einem Reisebild stets eine sehr persönliche Geschichte.

Die Folgenliste zeigt somit keinen beliebigen Reigen. Sie zeichnet eine Route nach, auf der jede Begegnung die Suche nach der siebenfarbigen Blume mit neuen menschlichen Erfahrungen auflädt.

Die fehlenden Folgen 20 bis 50: Das vollständige Abenteuer hinter der deutschen Auswahl

Nach Folge 19 endet die historische deutsche Toppic-Reihe, nicht aber die Reise von Hana no Ko Lunlun. Im japanischen Original folgen noch 31 Episoden. Sie erweitern den geografischen Horizont und führen zentrale Motive weiter: verlorene Familienbindungen, gefährliche Objekte, gestohlene Briefe, unerwartete Wiedersehen und natürlich die Suche nach der Blumenmagie. Wer die Serie nur auf Deutsch kennt, kennt daher eher ein Album mit ausgewählten Bildern als das ganze Reisebuch.

Die Originaltitel machen die Vielfalt sichtbar. Folge 20 verweist auf einen Hügel mit Blick auf ein altes Schloss. Es folgen ein ungezogener Junge aus Bremen, eine liebevolle Mutter in einem Gemälde, ein Ritter auf einem weißen Pferd und ein wundersamer Blumenschlüssel. Danach reichen die Geschichten von einem Jungen mit Messer am See über ein treibendes Luftschiff und einen Wikinger-Schatz bis zu einem gefangenen Bärenjungen.

Von Nordeuropa bis Nordafrika

Die mittleren Episoden verlagern die Reise in nördliche Regionen. „Das Land der weißen Nächte“ und die Geschichte der Brüder in Lappland knüpfen Landschaft an Erinnerung und Herkunft. Diese Ortsbilder sind stilisiert, aber sie erfüllen einen erzählerischen Zweck. Die Umgebung wird rauer, die Wege wirken weiter, und Angels Fähigkeit zur Verständigung gewinnt an Gewicht.

Später wechselt die Serie wieder deutlich: Ein Ticket nach Marokko, Schüsse in Fantasia und der Ring einer ägyptischen Königin stehen für exotisch inszenierte Abenteuer. Aus heutiger Sicht verdienen solche Darstellungen einen kritischen Blick, weil sie europäische und außereuropäische Orte oft durch romantische Bildmuster vereinfachen. Dennoch zeigt die Serienstruktur einen bemerkenswerten Wunsch nach weltweiter Bewegung. Angel bleibt nicht in einem vertrauten französischen Umfeld stehen.

In den letzten Episoden rücken Italien und die endgültige Suche in den Vordergrund. Sizilien, der Trevi-Brunnen, Florenz und Sanremo bilden eine südliche Schlussetappe. Der gestohlene Blumenschlüssel in Folge 47 erhöht den Druck unmittelbar vor dem Finale. Danach verweist Folge 49 ausdrücklich auf die siebenfarbige Blume, die einen Regenbogen herbeiruft. Folge 50 trägt den programmatischen Titel „Viel Glück mit vielen Blumen“.

Warum eine vollständige Sicht den Anime verändert

Die deutsche Auswahl legt nahe, dass die Serie vor allem aus charmanten Einzelgeschichten besteht. Das stimmt teilweise, doch die 50 Folgen zeigen eine größere Bewegung. Angel wächst mit jedem Konflikt. Sie erlebt nicht nur neue Orte, sondern auch Variationen derselben Grundfrage: Was hilft Menschen wirklich, wenn sie Angst haben, sich schämen oder etwas verloren haben?

Ein gutes Beispiel liefert Folge 44, deren Originaltitel ein Foto beschreibt, das im Blütenstaubwind davongetragen wird. Schon das Bild verbindet Erinnerung und Vergänglichkeit. Folge 45 mit dem Schwur am Trevi-Brunnen verschiebt den Ton hin zu Bindung und Versprechen. Solche Stoffe bereiten die letzten Folgen emotional vor, ohne die episodische Erzählweise aufzugeben.

Auch die Antagonisten erhalten im Gesamtzusammenhang mehr Gewicht. Ihr Wunsch nach Macht steht immer stärker gegen Angels Form von Fürsorge. Die siebenfarbige Blume ist somit nicht einfach ein MacGuffin, der am Ende gefunden werden muss. Sie prüft, wer bereit ist, Verantwortung über Eigennutz zu stellen. Genau darin liegt die nachhaltige Qualität dieses Anime.

Für heutige Wiederentdeckungen ist daher die vollständige Folgenübersicht entscheidend. Sie macht sichtbar, dass die bekannte deutsche Videoreihe nur den Auftakt und einen Ausschnitt der europäischen Route bewahrt hat, während das eigentliche Abenteuer bis zum 50. Kapitel weiterführt.

Wie viele Folgen hat Angel – das Blumenmädchen?

Hana no Ko Lunlun umfasst 50 japanische Fernsehfolgen. Die Serie lief in Japan vom 9. Februar 1979 bis zum 8. Februar 1980.

Welche Folgen erschienen historisch auf Deutsch?

Von der Toppic-Videoveröffentlichung sind die Folgen 1 bis 4 sowie 14 bis 19 bekannt. Für die Folgen 5 bis 13 und 20 bis 50 ist keine historische deutsche Fassung nachweisbar.

Was sucht Angel in Hana no Ko Lunlun?

Angel sucht die siebenfarbige Blume. Sie ist für die Zukunft des Blumensterns entscheidend, weil dessen Prinz nur mit ihr den Thron besteigen kann.

Was kann der Blumenschlüssel?

Mit dem magischen Blumenschlüssel kann Angel ihre Kleidung der jeweiligen Lage anpassen, etwa mit Bergsteigerkleidung oder einem feuerfesten Schutzanzug.

Ist Der kleine Engel dieselbe deutsche Fassung?

Nein. Der kleine Engel ist eine 1999 veröffentlichte Neusynchronisation der ersten zwei Folgen. Diese Bearbeitung erschien 2004 auch auf DVD.

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