Tokyoland ist ein unabhängiges deutschsprachiges Fachmagazin über klassische japanische Animation. Es geht hier um Serien der Jahre 1970 bis 2000 — und vor allem um die Frage, wie diese Serien nach Deutschland kamen: wer sie eingekauft, synchronisiert, geschnitten, beworben, verkauft und gesammelt hat. Nostalgie ist der Einstieg, aber nicht das Ziel. Das Ziel ist eine belastbare, nachprüfbare Dokumentation eines Stücks Fernseh- und Popkulturgeschichte, das in Deutschland bis heute erstaunlich schlecht erfasst ist.
Mein Name ist Enno Brachvogel, ich bin 36 Jahre alt, arbeite als Medienjournalist mit Schwerpunkt japanische Animation und lebe in Leipzig. Ich habe Japanologie und Medienwissenschaft in Bochum studiert, ein Jahr davon in Osaka, und meine Abschlussarbeit über die Programmpolitik privater deutscher Sender im Nachmittagsblock der 1990er-Jahre geschrieben — also genau über jene Jahre, in denen japanische Serien in deutschen Kinderzimmern zum Alltag wurden.
Wie ich zum Thema gekommen bin
Wie viele meines Jahrgangs bin ich mit dem Nachmittagsprogramm von RTL2 und Sat.1 aufgewachsen. Interessant wurde die Sache für mich aber erst später, im Studium: als ich feststellte, dass die Fassungen, die ich als Kind gesehen hatte, mit den japanischen Originalen oft nur noch entfernt verwandt waren. Andere Namen, andere Musik, fehlende Szenen, umgeschriebene Dialoge, teilweise komplett neu montierte Folgen. Aus dieser Irritation ist die Arbeit geworden, die ich seit über zehn Jahren mache: Fassungen vergleichen, Sendedaten rekonstruieren, Quellen sichern, bevor sie verschwinden.
Woran ich arbeite
Seit 2013 schreibe ich als freier Journalist über japanische Populärkultur und Fernsehgeschichte, halte Vorträge auf Conventions und Fachtagungen und betreue ein privates Archiv: rund 600 VHS-Mitschnitte aus deutschen Erstausstrahlungen, Programmzeitschriften-Jahrgänge, Presseheftsammlungen deutscher Lizenzgeber, Kataloge, Händlerlisten und Verpackungsmaterial. Dazu kommen Gespräche mit Menschen, die damals beteiligt waren: Synchronsprecherinnen und -sprecher, Dialogregie, Sendeplatzverantwortliche, Übersetzerinnen, frühe Importhändler. Genau dieses Material bildet die Grundlage der Artikel auf Tokyoland.
Diese Domain hat eine Vorgeschichte — und ich schreibe sie mir nicht zu
Die Adresse tokyoland.de existiert seit dem Ende der 1990er-Jahre. Über viele Jahre lag hier eine private, sehr detailverliebte Fanseite zu Cutey Honey Flash, zu Magical-Girl-Serien und zu Sailor Moon, mit Episodenverzeichnissen, Screenshots und Merchandise-Dokumentationen. Diese Seite habe ich weder erstellt noch betrieben, und ich beanspruche keine ihrer Inhalte, Interviews oder Verdienste für mich. Ich habe die Domain 2026 übernommen, nachdem sie ausgelaufen und mehrere Jahre ungenutzt war.
Warum dann ausgerechnet diese Adresse? Weil die Verweise, die aus Nachschlagewerken, Foren und Linklisten bis heute hierher zeigen, etwas Einfaches belegen: Es gab einen echten Bedarf an sorgfältig aufbereiteten deutschsprachigen Informationen zu diesen Serien — und dieser Bedarf ist nie verschwunden, das Angebot dagegen schon. Statt eine tote Adresse zu betreiben, arbeite ich die Themen neu auf: eigenständig recherchiert, mit Quellenangaben, in aktueller Form. Alte Adressen leiten wir dorthin weiter, wo das jeweilige Thema heute behandelt wird, damit Menschen, die einem alten Link folgen, Inhalte finden und keine Fehlermeldung.
Sollten frühere Betreiberinnen oder Betreiber der ursprünglichen Seite Ansprüche an Material haben oder eine Klarstellung wünschen, genügt eine E-Mail — das wird kurzfristig und ohne Diskussion geregelt.
Was Tokyoland heute ist
Die Redaktionsbereiche
- Magical Girls — Genregeschichte, Begriffsklärung, Serienporträts von den Pionierinnen der 1960er bis zu den Produktionen der späten 1990er.
- Cutey Honey — Werkreihe, Fassungsvergleiche, Charaktere, Musik, Manga- und Merchandise-Dokumentation.
- Sailor Moon — Folgenübersichten der deutschen Fassung, Filme, Ausstrahlungsgeschichte, Figurenporträts.
- Serien-Archiv — Einzelporträts weiterer Klassiker, von Ranma ½ über Magic Knight Rayearth bis zu weniger bekannten Titeln.
- Anime in Deutschland — Sendeplätze, Lizenzwege, Synchronisation, Schnittfassungen, Medienberichterstattung und Jugendschutzdebatten.
- Sammeln & Merchandise — Bewertung, Echtheitsprüfung, Lagerung und Marktentwicklung von Originalware.
- Archiv & Lexikon — Pressedokumente, Begriffserklärungen, Zeitleisten und Quellenverzeichnisse.
Wie hier gearbeitet wird
Quellenprinzip
Jede Sendeangabe, jedes Datum und jede Folgennummer wird nach Möglichkeit gegen mindestens zwei unabhängige Quellen geprüft: Programmzeitschriften, Senderunterlagen, offizielle Veröffentlichungen, Verpackungsangaben oder eigene Mitschnitte. Wo sich etwas nicht belegen lässt, steht es als das im Text, was es ist — als Überlieferung aus der Fanszene, klar gekennzeichnet und nicht als Tatsache verkleidet. Japanische Titel und Namen werden in gängiger Umschrift angegeben, deutsche Abweichungen ausgewiesen.
Korrekturen
Fehler passieren, gerade bei Quellenlagen, die 25 Jahre und älter sind. Korrekturen werden nicht still eingepflegt, sondern am Artikelende mit Datum und Änderungshinweis dokumentiert. Hinweise, Ergänzungen und Widersprüche aus der Leserschaft sind ausdrücklich erwünscht — mehrere Artikel wurden bereits durch Zuschriften von Zeitzeuginnen und Sammlern präzisiert.
Was wir nicht tun
Tokyoland verlinkt keine illegalen Streaming- oder Downloadquellen und stellt kein urheberrechtlich geschütztes Bewegtbild bereit. Bildmaterial wird im Rahmen des Zitatrechts und mit Quellenangabe verwendet; Rechteinhaber erreichen uns jederzeit direkt.
Werbung, Kooperationen und Transparenz
Das Magazin finanziert sich über Anzeigen, Affiliate-Links und bezahlte Fachbeiträge von Partnern. Dafür gelten feste Regeln: Bezahlte Inhalte sind sichtbar als Anzeige oder Sponsored Post gekennzeichnet, Affiliate-Links werden im Text ausgewiesen, und jeder Partnerbeitrag muss thematisch zum Magazin passen und die redaktionellen Mindeststandards erfüllen. Redaktionelle Einschätzungen, Bewertungen und Empfehlungen sind nicht käuflich; Anfragen, die das voraussetzen, werden abgelehnt. Anfragen zu Themen ohne Bezug zu japanischer Populärkultur, Sammlerkultur, Medien- oder Reisethemen lehnen wir ebenfalls ab.
Mitmachen und Kontakt
Gesucht werden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Synchronstudios, Lizenzabteilungen und dem frühen Importhandel, Sammlerinnen und Sammler mit dokumentiertem Bestand sowie Gastautorinnen und Gastautoren mit Fachkenntnis zu einzelnen Serien oder Studios. Wer Programmzeitschriften, Pressemappen oder Mitschnitte besitzt und digitalisieren lassen möchte, kann sich ebenfalls melden.
Redaktion und Kooperationen: [email protected] · Korrekturhinweise: [email protected] · Verantwortlich im Sinne des Presserechts: siehe Impressum.
